Bava Metzia 125

Kapitel 125

א דמתרצנא מתני' כוותיה
1 denn ich erkläre die Mišna nach seiner Ansicht;
ב דתני ר' אושעיא הרי שהיה נושה בחבירו מנה והלך ועמד על גורנו ואמר תן לי מעותי שאני רוצה ליקח בהן חטין ואמר לו חטין יש לי שאני נותן לך צא ועשאן עלי כשער של עכשיו הגיע זמן חטין למכור אמר לו תן לי חטין שאני רוצה למוכרן וליקח בהן יין אמר לו יש לי יין שאני נותן לך צא ועשאן עלי כשער של עכשיו
2 R. Oša͑ja lehrte nämlich: Jemand, der von seinem Nächsten eine Mine fordert, geht nach seiner Tenne und sagt zu ihm: gib mir mein Geld, denn ich will dafür Weizen kaufen, und dieser erwidert ihm: ich habe Weizen, den ich dir geben will; geh, rechne ihn nach dem jetzigen Marktpreise um. Später, wenn die Verkaufszeit des Weizensheranreicht, sagt er zu ihm: gib mir meinen Weizen, denn ich will ihn verkaufen und dafür Wein kaufen, und dieser erwidert ihm: ich habe Wein, den ich dir geben will; geh, rechne ihn nach dem jetzigen Marktpreise um.
ג הגיע זמן יין למכור ואמר לו תן לי ייני שאני רוצה למוכרו וליקח בו שמן אמר לו שמן יש לי שאני נותן לך צא ועשהו עלי כשער של עכשיו כולם אם יש לו מותר אין לו אסור ומאי לקח לקח בהלואתו
3 Später, wenn die Verkaufszeit des Weinesheranreicht, sagt er zu ihm: gib mir meinen Wein, denn ich will ihn verkaufen und dafür Öl kaufen, und dieser erwidert ihm: ich habe Öl, das ich dir geben will; geh, rechne es nach dem jetzigen Marktpreise um. Dies ist, wenn er sie allebesitzt, erlaubt, wenn aber nicht, verboten. Und unter ‘kaufen’ist zu verstehen, wenn er es für sein Darlehen gekauft hat.
ד אמר רבא שמע מינה מדר' אושעיא תלת שמע מינה דמעמידין מלוה על גבי פירות ולא אמרינן דלא כאיסרו הבא לידו הוא וש"מ הוא דיש לו וש"מ איתא לדרבי ינאי
4 Raba sagte: Aus der Lehre R. Oša͑jas ist dreierlei zu entnehmen: es ist zu entnehmen, daß man ein Darlehen auf die [zu liefernden] Früchte verrechnen dürfe, und man nicht sage, es sei nicht ebenso als wenn er den Assar gleichzeitig in die Handerhält; es ist zu entnehmen, daß dies nur dann [erlaubt sei], wenn er siebesitzt; und es ist zu entnehmen, daß man nach R. Jannaj entscheide,
ה דאמר רבי ינאי מה לי הן מה לי דמיהן
5 welcher sagt, es sei einerlei, ob die [Früchte] selbst oder ihren Kaufpreis.
ו דאתמר רב אמר עושין אמנה בפירות ואין עושין אמנה בדמים ור' ינאי אמר מה לי הן ומה לי דמיהן
6 Es wurde nämlich gelehrt: Rabh sagt, man dürfe ein Lieferungsgeschäft auf Früchteabschließen, nicht aber auf Geld; R. Jannaj sagt, es sei einerlei, ob die [Früchte] selbst oder ihren Kaufpreis.
ז מיתיבי כולם אם יש לו מותר אמר רב הונא אמר רב בשמשך אי בשמשך צריכא למימר אלא כגון שיחד לו קרן זוית
7 Man wandte ein: Dies ist, wenn er sie alle besitzt, erlaubt!? R. Hona erwiderte im Namen Rabhs: Wenn er siean sich gezogen hat. – Braucht dies denn gelehrt zu werden von dem Falle, wenn er sie an sich gezogen hat!? – Vielmehr, wenn er ihm eine Ecke angewiesenhat.
ח ושמואל אמר הא מני רבי יהודה היא דאמר צד אחד ברבית מותר
8 Šemuél erklärte: Hier ist die Ansicht R. Jehudas vertreten, welcher sagt, es sei erlaubt, wenn in einem Falle Wuchervorliegt.
ט דתניא הרי שהיה נושה בחבירו מנה ועשה לו שדהו מכר בזמן שהמוכר אוכל פירות מותר לוקח אוכל פירות אסור ר' יהודה אומר אף בזמן שהלוקח אוכל פירות מותר
9 Es wird nämlich gelehrt: Wenn jemand von seinem Nächsten eine Mine fordert und dieser ihm den Verkauf seines Feldesverpfändet, so ist dies, wenn der Verkäufer die Früchte genießt, erlaubt, und wenn der Käufer die Früchte genießt, verboten; R. Jehuda sagt, auch wenn der Käufer die Früchte genießt, sei es erlaubt.
י א"ל רבי יהודה מעשה בביתוס בן זונין שעשה שדהו מכר על פי ר' אלעזר בן עזריה ולוקח אוכל פירות היה אמרו לו משם ראיה מוכר אוכל פירות היה ולא לוקח
10 R. Jehuda sprach: Einst verpfändete Boëthos, der Sohn Zonins, den Verkauf seines Feldes mit Zustimmung des R. Elea͑zar b. A͑zarja, und der Käufer aß die Früchte. Sie erwiderten ihm: Soll dies ein Beweis sein? Der Verkäufer genoß die Früchte und nicht der Käufer. –
יא מאי בינייהו אמר אביי צד אחד ברבית איכא בינייהו רבא אמר רבית ע"מ להחזיר איכא בינייהו
11 Welchen Unterschied gibt es zwischen ihnen? Abajje erklärte: Einen Unterschied gibt es zwischen ihnen in dem Falle, wenn in einem Falle Wucher vorliegt. Raba erklärte: Einen Unterschied gibt es zwischen ihnen beim zurückzuerstattenden Wucher.
יב אמר רבא השתא דאמר רבי ינאי
12 Raba sagte: Da nun R. Jannaj gesagt hat,